Pilgerherberge und Begegnungsstätte am Zittauer Jakobsweg
Wer immer in guter Absicht diese Schwelle betritt, er sei uns willkommen.

Eine alte mechanische Krippe aus Böhmen wird zu neuem Leben erweckt

Ab 1. August 2021 berichten wir an dieser Stelle wöchentlich vom Fortschritt, die Engelsberger Papierkrippe zu restaurieren und dabei mit einer neuen Mechanik auszustatten. Am vierten Advent (19. Dez. 2021) soll sie das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Noch ist die Holzkiste geheimnisvoll verschlossen. Doch bis zum 19. Dez. 2021 werden nach und nach die Papierfiguren „herauskommen" und auf dem eigens für die neue Präsentation gebauten Gestell im Gewölbe des Pilgerhäusls Platz nehmen.
 

Unscheinbare Holzkiste mit verblüffendem Inhalt

Am 1. Mai 2021 zieht eine alte Holzkiste ins Pilgerhäusl ein. Auf dem ersten Blick nichts Besonderes: eine umgebaute Schublade 72 cm lang, 38 cm tief, 11 cm hoch; das Holz über Jahrzehnte stark nachgedunkelt und mit einigen Wurmlöchern „signiert". Unter dem schmucklosen Schiebedeckel würde man vielleicht Werkzeug oder Schuhputz-Utensilien vermuten. Doch weit gefehlt! Zwischen mehreren Schichten Seidenpapier sind wahre Kostbarkeiten verborgen: 150 handbemalte Papierfiguren, die zu einer großen Weihnachtskrippe gehören. Hauchdünne Fäden, die mitunter an Armen oder Köpfen angeknotet sind, verraten: Diese Krippe war einst beweglich. Wenn man an den Fäden zieht, wird sichtbar: Hirten stehen auf und setzen sich nieder; sie heben ihre Flöten oder sägen Holz; Schafe nicken friedlich mit den Köpfen; Ziegenböcke hingegen knallen mit ihren Hörnern aufeinander und Kühe schieben wiederkäuend ihre Unterkiefer hin und her.




Wenzel Ansorge (rechts) mit seiner Frau Karolina, seiner Tochter sowie den beiden Söhnen Adolf und Richard, die 1919 die väterliche Firma übernahmen (Foto privat).
 

Bewegliche Krippe mit bewegter Geschichte

Angelika Ansorge und Maria Förster aus Bernstadt wollten dieses Erbstück in guten Händen wissen und übergaben es deshalb dem Pilgerhäuslverein. Sie können die Geschichte der Papierkrippe bis ins Jahr 1901 zurückverfolgen. Ihr Urgroßvater Wenzel Ansorge brachte sie seinerzeit aus Engelsberg (heute Andělská Hora, ein Ortsteil von Kratzau/Chrastava) nach Kunnersdorf auf dem Eigen mit. Gemeinsam mit Bruder Hugo hatte der Unternehmer im Pließnitztal die Mittelmühle erworben, um eine Grobgarnspinnerei zu betreiben. Fachexperten sagen, dass die Krippe deutlich älter ist. Vermutlich stammt sie aus der Mitte des 19. Jh.; darauf deuten nicht nur der Malstil, sondern auch die Zahl 1848 hin, die auf der Rückseite einer Figur noch gut zu erkennen ist. Regina Kurtz, ebenfalls eine Nachfahrin der Fabrikantenfamilie, erinnert sich noch an ihre Kindheit, als die farbenfrohe Krippe an Weihnachten in der Ansorge-Villa aufgestellt war und sich in Bewegung setzte. Nach dem Krieg wurde der Platz aufgrund der aufgenommenen Flüchtlinge dafür zu knapp. Eine erhalten gebliebene Holzunterlage legt die Vermutung nahe, dass später nur noch einzelne Figuren genutzt wurden – ohne die ursprüngliche Mechanik.

Regina Kurtz beim Verladen der alten Mechanik – dazu gehören ein Holzgestell mit großer Schnurwelle, ein alter Motor und ein nostalgisches Getriebe.
 

Familienzusammenführung?

Wenig später, am 13. Juni 2021, erlebt der Pilgerhäuslverein eine zweite Überraschung: Durch Zufall – oder war es Fügung? – erfährt Regina Kurtz von ihrem Bruder, dass noch weitere Krippenfiguren und Teile der alten Mechanik in seinem Keller lagern. Er hatte sie vor Jahren zu Weihnachten aufgebaut und auch beweglich gestaltet. Schnell wird festgelegt: Auch diese Krippenelemente sollen ins Pilgerhäusl kommen. Zwei Tage später stirbt der Bruder und sein Wille geht schon am 22. Juni 2021 in Erfüllung.

Mit großer Wahrscheinlichkeit gehören die Teile aus dem Keller zur großen Engelsberg-Krippe. Die Vermutung stützt sich auf denselben Malstil, die ergänzenden Motive und vor allem auf mechanische Elemente, die sich bis ins Detail gleichen. Auf alle Fälle wird der Pilgerhäuslverein beide Krippenteile vereinen. So wächst das Gesamtwerk auf 250 Figuren, wovon 80 beweglich sind.

Die farbenfrohen Papierfiguren wurden allesamt einzeln erfasst, digitalisiert und zunächst neu in Pergaminhüllen aufbewahrt.
 

Mai: Recherchen und Digitalisieren der Krippenfiguren

Gleich nach der Übernahme der Krippenfiguren beginnt der Pilgerhäuslverein, über die Restaurierung nachzudenken. Natürlich liegt es nahe, die Spezialisten in und außerhalb der Region einzubeziehen. Dazu gehören zum Beispiel der Krippenverein Schirgiswalde und Umgebung e. V., der Landesverband der Tiroler Krippenfreunde und die ehemalige Mitarbeiterin des Nordböhmischen Museums/Severočeské muzeum in Reichenberg/Liberec Bohunka Krámská. Alle bestätigen: Die Engelsberger Krippe ist ein richtiger Schatz. Während die Oberlausitzer vor allem stolz auf die derzeit einzig bewegliche Krippe sind, fasziniert die Volkskunstexperten vor allem der filigrane Malstil, der den Gesichtern der Figuren einen starken Ausdruck verleiht. Die Krippenkennerin Bohunka Krámská ordnet ihn einer Malerwerkstatt in Kratzau/Chrastava zu. Weitere Recherchen sollen noch mit dem Reichenberger Museum folgen. Interessant ist auch, dass sich eine ganz ähnliche Krippe im Diözesanmuseum Brixen/Bressanone (Südtirol) befindet; eine Münchnerin hatte sie in den neunziger Jahren diesem Museum geschenkt. Parallelen können auch zur bewegliche Krippe in Friedland/Frýdlant v Čechách hergestellt werden.

Der Pilgerhäuslverein hat im Mai alle Figuren professionell gescannt und digital archiviert.

Das Untergestell in der Bauphase, ziemlich rechts im Bild die ersten Terrassenstufen.
 

Juni: Bau des Untergestells

Bevor die Krippe Schritt für Schritt wieder aufgestellt werden kann, braucht sie natürlich ein stabiles Untergestell. Im Juni heißt es deshalb: sägen, leimen, zusammenfügen. Und nun steht das Holzgerippe bereits fertig im Gewölbe des Pilgerhäusls und wartet auf die kostbare Bestückung sowie eine professionelle Umkleidung.

Da die Krippenfiguren in verschiedenen Maßstäben (von 1:8 bis 1:32) gefertigt sind, liegt es nahe, sie – nach Größen geordnet – auf verschiedenen Höhen anzuordnen. Deshalb werden auf dem drei Meter langen und ein Meter tiefen Untergestell fünf Terrassen aufgesetzt.

Anders als bisherige bewegliche Krippen, die in der Regel auf einer großen Platte montiert sind, wird die Engelsberger Krippe aus 20 Segmenten bestehen. Diese haben jeweils eine Fläche von 75 x 20 cm und können einzeln eingesetzt bzw. wieder entnommen werden. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt in der bequemen Wartung. Man muss bei Reparaturen nicht unter den Tisch kriechen, sondern kann einfach die betreffende Einheit herausheben.

Ziegenkreisel mit Mechanik
 
Zwei der insgesamt 16 Engelsberger Ziegen
 
Bild einer Ziegenherde in Israel von David Roberts (1839), Quelle: Wikimedia Commons
 

Erste Augustwoche: Ziegenkarussell

Die Figuren
Wer die böhmischen Papierkrippen kennt, wird beim Anblick der Engelsberger Ziegen stutzen. Denn für gewöhnlich sind nur ein, zwei Exemplare dieser Haustiere vertreten, während bei unserer Krippe gleich eine ganze Herde aufmarschiert. Noch auffälliger ist der Unterschied in der Färbung. Anders als ihre „Landsleute" sind die Engelsberger Ziegen nicht weiß, sondern schwarz-weiß und braun-weiß gescheckt. Vielleicht wusste der Maler um die Besonderheit altorientalischer Rassen, die z.B. auch der englische Maler David Roberts 1838 auf einem seiner berühmten Reisebilder festhielt. Oder aber eine Südtiroler Krippe diente als Vorlage, denn auch in der Alpenregion wurden und werden gescheckte Rassen bevorzugt, da man solche Tiere besser auf dunklen wie auf hellen Flächen sichten kann.

Die Mechanik
Die Mechanik für die Ziegen ist übrigens eine neue Kreation, um etwas Bewegung in die lustige Schar der Hornträger zu bekommen. Dazu dreht sich ein 30 cm großer Teller, der von einem 4 Watt starken Synchronmotor angetrieben wird. Bei der Antriebsübertragung kommen Fallschirmseile zum Einsatz; diese lassen sich unter Hitze knotenlos verbinden und sind rau genug, um auf den hölzernen Schnurlaufrädern nicht durchzurutschen.

Der Hintergrund
Die Höhle ist aus Styrodur gefertigt – ein Baumaterial, das eigentlich in der Gebäudedämmung zum Einsatz kommt. Doch auch im Modellbau ist der Hartschaum sehr beliebt, weil er sich gut schneiden, schleifen und bemalen lässt.

Die Tierkarawane mit Mechanik. Letztere wird später durch weitere Szenen verdeckt.
 
Die Gesichter: klein, doch unheimlich ausdrucksstark
 
Ausschnitt aus dem Reisebild „Die Ruinen von Semua" von David Roberts, Quelle: Wikimedia Commons
 

Zweite Augustwoche: Tierkarawane

Die Figuren
In dieser Woche zieht eine Tierkarawane auf das hölzerne Gestell, das die Engelsberger Weihnachtskrippe tragen wird. Zu diesem Treck gehören elf Figurengruppen: fünf Dromedare (davon eins mit Esel), drei Kamele, zwei Esel und ein Elefant sowie ihre jeweiligen Reiter bzw. Führer. Bemerkenswert ist die geografische Vereinigung der Krippe. Mit den Wüstentieren und den Palmen hat die Malerwerkstatt der Krippe einen orientalischen Charakter verliehen; die Menschen jedoch stammen aus dem Abendland. Das drückt sehr schön das Verlangen aus, das Weihnachtsgeschehen von Bethlehem in die eigene Heimat zu holen.

Mit einem Maßstab von 1:30 gehört die Karawane mit zu den kleinsten Krippenteilen und wird daher auch auf der obersten Terrasse angeordnet. Die sieben bis acht Zentimeter hohen Figuren sind dennoch von hohem künstlerischen Wert. Das zeigt ein Beispiel, das auf dem nebenstehenden Foto stark vergrößert wurde. Obwohl der Kopf des Eselführers gerade einmal einen Durchmesser von 8 mm hat, also kleiner als ein Hemdknopf ist, lassen sich feinste Gesichtszüge erkennen.

Die Mechanik
Die elf Figuren haben sich ursprünglich nicht bewegt – zumindest sind keine Spuren der alten Mechanik erkennbar. Doch es bietet sich an, die Karawane auf einem Band „laufen" zu lassen. Wir haben uns wieder von David Roberts inspirieren lassen, der im 19. Jh. das Heilige Land bereiste und viele Alltagsszenen – so auch eine Karawane – in seinen Bildern festgehalten hat. Das Grundprinzip dieser Konstruktion ist denkbar einfach: Die Figuren sind auf einem geschlossenen Zahnriemen aufgeklebt. Zwei Zahnriemenscheiben mit je 60 Zähnen setzen dieses Gummiband in Bewegung, wozu natürlich noch ein Antriebsmotor notwendig ist. Auf diese Weise ist die Hälfte der Figuren immer sichtbar, während die andere Hälfte unter der Platte wieder zurückgeführt wird.

Der Hintergrund
Anders als bei den vier unteren Terrassen wird die oberste keinen eigenen Hintergrund erhalten. Stattdessen wird sich hier das drei Meter breite Hintergrundbild anschließen. Der Pilgerhäuslverein wird dieses Werk demnächst in Auftrag geben. Natürlich wird dabei Engelsdorf/Andělská Hora, der Ursprungsort der Krippe, eine große Rolle spielen, vielleicht aber auch ihre beiden weiteren Stationen: Kunnersdorf a.d.E. und Hirschfelde.

Figuren mit der neuen Mechanik
 
Entstehungsprozess der „Schwanz-Prothese"
 
Die alte Mechanik
 

Dritte Augustwoche: Rauflustige Ziegenböcke

Die Figuren
Die dritte Szene der Engelsberger Krippe wird von zwei streitlustigen Ziegenböcken bestimmt. Diese knallen mit ihren Köpfen aufeinander, um kurze Zeit später erneut Anlauf zu nehmen. Ein dritter Ziegenbock scheint mitkämpfen zu wollen, doch er bleibt unbeweglich. Einst hatte er einen eigenen Rivalen, doch der ging offensichtlich verloren. Ergänzt wird die Szene von zwei weiteren statischen Figuren: einem bemerkenswert farbenfrohen Hirten und einer Ziegengruppe, die dem wilden Treiben ganz ohne Kampfallüren zuschaut.

Die drei Ziegenböcke gehören zu jenen Krippenfiguren, die etliche Blessuren aufweisen. So mussten gebrochene Beine geschient, geknickte Hörner versteift und fehlende Bärte und Schwänze durch „Prothesen" ersetzt werden. Auf dem nebenstehenden Foto ist der Entstehungsprozess beispielhaft dokumentiert: Zunächst wird ein passendes Stück aus Pappe ausgeschnitten und angeklebt; danach erfolgt die Kolorierung mit Tempera-Farben.

Die Mechanik
Von der ursprünglichen Mechanik der Engelsberger Krippe sind nur fünf Einheiten erhalten geblieben. Eine davon treibt zwei kämpfende Ziegenböcke an. Die Köpfe der Tiere werden hier durch ein Rad mit Metallnoppen in Bewegung gesetzt. Es hebt einen Riegel hoch, wodurch die Köpfe auseinander treiben. Dreht das Rad weiter, sorgt ein am Riegel befestigtes Gewicht dafür, dass die Köpfe aufeinanderprallen. Leider war die Mechanik derart beschädigt, dass sie nicht mehr restauriert werden konnte.

Die neue Mechanik hat den Vorteil, dass die Ziegen – wie in der Natur üblich – richtig aufsteigen, um sich dann kopfvoran dem Gegner entgegen fallen zu lassen. Ermöglicht wird das durch lange hölzerne Hebel, an denen die Ziegenböcke befestigt sind. Ein Rad mit Noppen schubst die Hebel weg, die Ziegenböcke entfernen sich und werden schließlich durch ein Gummiband wieder zusammengezogen.






Gesamtansicht der Szene „Ententeich und Windmühle"
 
Historische Getreidemühle in Heinersdorf an der Tafelfichte/Jindřichovice pod Smrkem
 
Seesaibling
 

Vierte Augustwoche: Ententeich und Windmühle

Die Figuren
Die vierte Szene der Engelsdorfer Krippe enthält das einzige erhaltene Gebäude: eine kleine Windmühle. Der Rundbau gibt einige Rätsel auf, denn für Engelsdorf/Andělská Hora ist keine Windmühle überliefert. Am meisten Ähnlichkeit weist das Krippenelement mit einer Getreidemühle in Heinersdorf an der Tafelfichte/Jindřichovice pod Smrkem auf. Das vier Meter hohe und breite Bauwerk wurde 2002 aus historischen Relikten wiederaufgebaut. Wie auf der offiziellen Webseite der Region Böhmisches Paradies/Český ráj zu lesen ist, stammen die Originalteile aus den dreißiger Jahren des 20. Jh.

Die erste neue Krippenfigur, die der Pilgerhäuslverein in die Engelsdorfer Krippe einfügt, ist ein Fisch – genauer gesagt: ein Seesaibling (Salvelinus alpinus), auch Rotforelle genannt. Diese Lachs-Art ist, wie der lateinische Name verrät, ein Fisch der Berge und stellt eine Verbindung nach Tirol her. Von dort kamen Künstler nach Böhmen und brachten die Kunst des Krippenhandwerks mit.

Die Mechanik
Das Rad des Handkarrens wird durch ein „unterirdisches" Laufrad angetrieben. Kleine Stacheln sorgen für die nötige Haftung. Mit dem Angler, der den schon erwähnten Seesaibling aus dem Wasser fischt, erlaubt sich der Pilgerhäuslverein eine kleine, aber sicher verzeihbare Eigenmächtigkeit. Denn ursprünglich hielt der Mann eine geknotete Peitsche in der Hand. Da aber offensichtlich das zugehörige Pferd ob solcher Gewalt schon ausgerissen ist – zumindest fehlt es in der Sammlung –, machen wir aus der Not eine Tugend und aus dem Viehtreiber einen Angler... Neu ist auch die Mechanik der drei Enten; sie sind auf einem Rad aufgesteckt, das sich unterhalb der Wasserfläche befindet.





Gesamtansicht
 
Mechanik
 
Einzelfigur
 

Erste Septemberwoche: Große Kuhherde

Die Krippenfiguren
Unser Krippenmaler muss große Freude an der Vielfalt des Lebens haben, denn er bringt gleich drei Rinderrassen in der Engelsberger Krippenlandschaft unter. Die Schwarzbunte ist uns allen geläufig, denn sie ist noch heute die häufigste Rinderrasse in unseren Breiten. Doch drei Unterschiede fallen auf. Unsere Krippenkühe sehen viel fröhlicher aus: Sie müssen ja auch keine Hochleistungseuter mit sich herumschleppen und dürfen auch noch stolz ihre Hörner tragen. Bei Letzterem hat sich der Maler zwei wichtige Details von der Natur abgeschaut. Erstens gleicht kein Hörnerpaar dem anderen. Die Stirnfortsätze sind quasi das, was der Fingerabdruck für den Menschen ist: der Ausweis der Einzigartigkeit jedes Individuums. Wer die Lupe zur Hand nimmt, kann noch etwas auf den Krippenfiguren entdecken: die sogenannten Kälberringe. Diese Verdickungen der Hörner zeigen an, wie viele Kälbchen eine Kuh schon geboren hat. Während eine deutsche Kuh im Schnitt nur auf zwei Kälber kommt, haben die Engelsberger Exemplare vier bis fünf! Betrachten wir noch die anderen beiden Rinderassen! Das Fleckvieh lässt sich an der braun-weißen Färbung erkennen. Diese Rasse stammt ursprünglich aus dem Berner Oberland und zeichnet sich durch ihre Friedfertigkeit aus. Eine einzelne Kuh hebt sich noch einmal von ihren gescheckten Kameraden ab; sie hat einen markanten weißen Strich auf dem Rücken: typisch für das Pinzgauer Rind. Die Rasse stammt ursprünglich, wie der Name verrät, aus dem Salzburger Land. Es ist eine typische Gebirgskuh, die sehr genügsam ist. Freilich, der Maler hätte auch den Schwanz und die Beine weiß malen müssen, aber wer merkt sich schon jede dieser Feinheiten...

Die Mechanik
Diesmal hilft uns ein Foto, die Mechanik für die Engelsberger Kuhherde zu verstehen. Vier Buchenholzräder wurden mit kleinen Flügeln – ähnlich wie bei Wasserrädern – versehen. Diese Flügel heben bzw. senken hölzerne Riegel und mit ihnen dünne Fäden, die an den beweglichen Teilen der Kühe angeknotet sind. Bemerkenswert ist die Vielfalt der Bewegungen: Zwei Kühe käuen wider, zwei andere kämpfen miteinander, während andere friedlich grasen. Am lustigsten ist eine Kuh, die sich mit dem Hinterbein kratzt.

 
Historische Postkarte vom Gasthaus „Letzter Pfennig"
 

Zweite Septemberwoche: Ausflugsziel

Die Figuren
Diesmal bestimmen vier Figurengruppen das Szenenbild. Drei von ihnen lassen sich schnell erfassen: Am auffälligsten sind die beiden Burschen, die voller Lebensfreude auf einem Baumstamm wippen. Links von ihnen hat sich eine kleine Musikantengruppe versammelt, die vielleicht das passende Lied dazu spielt. Und ganz rechts im Bild ruht sich eine Familie im Schatten eines knorrigen Olivenbaumes aus. Der vierte Akteur hingegen ist nur erkennbar, wenn die Mechanik eingeschalten wird. Dann nämlich beginnen sich die vier Palmen auf der linken Seite zu bewegen. Eine echte Seltenheit – nicht in der Natur, aber gewiss in den Krippenlandschaften.

Der Hintergrund
Später wird das Hintergrundbild einen Zusammenhang zwischen den vier Gruppen herstellen. Denn die Szene soll sich vor dem historischen Gasthaus „Letzter Pfennig" in Unter-Kratzau/Dolní Chrastava abspielen. Leider gibt es dieses Ausflugsziel nicht mehr, aber eine alte Postkarte wird uns helfen, die Lokalität originalgetreu nachzubilden.

Gesamtansicht
 
Hirtenfigur
 

Dritte Septemberwoche: Kleine Kuhherde

Die Figuren
Nun wiederholt sich zum ersten Mal ein Motiv in der bisher rekonstruierten Krippenlandschaft. Denn vor zwei Wochen hatten wir bereits die große Kuhherde vorgestellt. Klein nennen wir die zweite Szene, weil die Figuren tatsächlich deutlich kleiner angelegt sind. Mit einer Widerristhöhe von 6,5 cm entsprechen die Kühe in etwa einem Maßstab von 1:22, während die größeren Tiere im Maßstab von 1:15 gemalt sind.

Es gibt noch einen weiteren Unterschied zur großen Kuhherde. Die meisten Figuren stammen aus dem zweiten Teil der Schenkung, der jahrelang im Keller lagerte. An den Kühen wird erneut deutlich: Diese zwei Krippenteile gehören zusammen. Die Tiere sind in denselben Farben und Fellzeichnungen angelegt. Auch die Mechanik stimmt bis aufs Detail überein. So finden wir erneut Kühe, die ihre Unterkiefer bewegen, ihre Köpfe zum Grasen neigen bzw. ihre Hälse nach oben recken.




Paten gesucht

Helfen Sie mit, ein einzigartiges Kunstwerk wieder aufleben zu lassen!

Als die Engelsberger Krippe in die Hände des Pilgerhäuslvereins kam, war von Anfang an klar: Dieses Meisterwerk böhmischer Krippenkunst muss der Öffentlichkeit gezeigt werden. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum 4. Adventssonntag dieses Jahres, dem 19. Dezember 2021, die Krippe aufzubauen. Natürlich ist die Zeit viel zu knapp, um irgendwelche Förderanträge zu stellen. Deswegen erfolgen die Arbeiten ehrenamtlich.

Doch ganz ohne Geld geht es doch nicht, denn dem Verein stehen drei große Ausgabenposten ins Haus: die nicht unerheblichen Materialkosten für die Wiederherstellung der Mechanik und dem Bau der Krippenlandschaft, die Anfertigung eines professionellen Hintergrundbildes und der Bau einer Vitrine, der die Krippe vor Staub und unberechtigtem Zugriff schützen soll.

Wir sind uns sicher: Es wird ganz bestimmt viel Freude bereiten, eines Tages diese Krippe betrachten zu können. Doch noch mehr Freude wird man ohne Zweifel empfinden können, wenn man weiß: ich habe bei der „Wiederauferstehung“ der Krippe mitgeholfen! Denn wir wären dankbar, wenn Sie unseren Verein bei seiner schönen, aber doch auch großen Aufgabe finanziell unterstützen würden. Deshalb können Sie Patenschaften übernehmen, die mit einer kleinen oder größeren Gabe verbunden sind.

Zur Auswahl stehen drei Kategorien:
Patenschaft über eine große bewegliche Szene für 100 Euro
Patenschaft über Hauptfigur für 30 Euro
Patenschaft über eine kleine Figur für 10 Euro

Sprechen Sie uns bei Interesse an oder schreiben Sie uns! Für Überweisungen nutzen Sie bitte die Bankverbindung IBAN: DE25 8505 0100 3000 1154 70, BIC: WELADED1GRL (Zittau), Bank: Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien. Selbstverständlich können Sie ab einem Betrag von 30 Euro auch eine Spendenquittung erhalten, wenn Sie dies vermerken.
Die Namen der Spender werden zu gegebener Zeit in einer Danksagungsliste veröffentlicht, wenn dem nicht ausdrücklich widersprochen wird.

 
 
 
Große bewegliche Szene
Kamelkarawane (8 cm)
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Große bewegliche Szene
Ziegenkreisel (18 cm)
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Große bewegliche Szene
Windmühle u. Roaperradl (18 cm)
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Große bewegliche Szene
Rauflustige Ziegen (18 cm)
Mehr Infos
 
 
 
 
Große bewegliche Szene
Große Kuhherde (12 cm)
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Große bewegliche Szene
Musikanten (7-8 cm)
Mehr Infos
 
Hauptfigur
Verkündigungsengel (15 cm)
 
Hauptfigur
Maria mit Jesuskind (21 cm)
 
 
 
 
Hauptfigur
Josef (22 cm)
 
Hauptfigur
Ochse und Esel (15 cm)
 
Hauptfigur
König Melchior mit Diener (17 cm)
 
Hauptfigur
König Caspar mit Diener (20 cm)
 
 
 
 
Hauptfigur
König Balthasar mit Diener (23 cm)
 
Hauptfigur
Anbetende Hirten links (22 cm)
 
Hauptfigur
Anbetende Hirten rechts (22 cm)
 
Hauptfigur
Große Hirtenfamilie (33 cm)
 
 
 
 
Hauptfigur
Pärchen an der Quelle
 
Hauptfigur
Große Palme (60 cm!)
 
Hauptfigur
Hirte mit Eierkorb (17,5 cm)
 
Hauptfigur
Hirte mit Stab (18 cm)
 
 
 
 
Hauptfigur
Frau mit Krug (18 cm)
 
Hauptfigur
Hirte mit Saiteninstrument (18 cm)
 
Kleine Figur
Hirte mit Schaf (8 cm)
 
Kleine Figur
Junge mit Eierkorb
 
 
 
 
Kleine Figur
Musikant mit Eierkorb
 
Kleine Figur
Hirte mit Schaf (8 cm)
 
Kleine Figur
Hirtenjunge mit Horn (10 cm)
 
Kleine Figur
Holzsäger (10 cm)
 
 
 
 
Kleine Figur
Hirtenfamilie (12 cm)
 
Kleine Figur
Kuh III (10 cm)
 
Kleine Figur
Schaf I (8 cm)
 
Kleine Figur
Schaf V (6 cm)
 
 
 
 
Kleine Figur
Schaf VI (6 cm)
 
Kleine Figur
Schaf VII (6 cm)
 
Kleine Figur
Schaf VIII (6 cm)
 
Kleine Figur
Schaf IX (6 cm)
 
 
 
 
Kleine Figur
Gans I (3 cm)
 
Kleine Figur
Gans II (2,5 cm)
 
Kleine Figur
Schaf II (8 cm)
 
Kleine Figur
Schaf III (8 cm)
 
 
Kleine Figur
Schaf IV (8 cm)
 
Kleine Figur
Aloe-Staude (10 cm)
Gesamtansicht
 
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