Pilgerherberge und Begegnungsstätte am Zittauer Jakobsweg
Wer immer in guter Absicht diese Schwelle betritt, er sei uns willkommen.
Hauptausstellungsraum im Pilgerhäusl: das Gewölbe
 

Tradition seit elf Jahren

Jedes Jahr am Ersten Advent wird unser Pilgerhäusl zum Krippenhäusl. Denn in der Winterzeit ruht der Pilgerbetrieb; dafür nehmen unzählige Figuren aus Holz und Pappe in unserer Herberge Platz. Sie wollen Besucher aus nah und fern mit dem Weihnachtsgeheimnis in Berührung bringen.

Diese Krippentradition fing vor elf Jahren, also noch mitten in der Bauphase, ganz klein an. Freunde und Helfer versammelten sich in der noch baufälligen Blockstube weihnachtlichen Geschichten zu lauschen und Lieder zu singen – mittendrin einige Figuren der Leo-Krippe aus Südtirol.

Kurze Zeit später entdeckten wir, dass bei unseren tschechischen Nachbarn der schöne Brauch der Papierkrippen wieder auflebt. Alte und neue Werke werden reproduziert und als Ausschneidebögen angeboten. 2013 haben wir unsere erste Papierkrippe ausgeschnitten, der jedes Jahr weitere folgten. Seit 2014 teilen wir unsere Begeisterung an diesen kleinen Kunstwerken und stellen rund 20 Exemplare aus – jedes Jahr aus einer anderen böhmischen Region.

Im Mai 2021 löste dann ein Geschenk einen großen qualitativen Sprung unseres Krippenbestands aus: die Engelsberger Krippe, bestehend aus 250 handgemalten Papierfiguren. Nach der Restaurierung können wir mit Stolz bekunden: Es ist derzeit die einzige bewegliche Papierkrippe in der Oberlausitz.

Und so laden wir herzlich ein, unsere schöne Krippensammlung zu bestaunen und sich von der Weihnachtsfreude anstecken zu lassen.

Weihnachtsbild „Weihnachten in Prag 1847“ von Vojtěch Kubašta
 

Krippenführungen 2022/23

Termine und wichtige Hinweise
Die Krippenausstellung kann vom Ersten Advent (27.11.22) bis Mariä Lichtmess (02.02.23) besichtigt werden. Führungen werden an folgenden Tagen angeboten: 26.11., 27.11., 03.12., 04.12., 10.12., 17.12., 18.12., 29.12., 30.12., 07.01., 08.01., 21.01., 22.01., 28.01., 29.01., 02.02.
An den Samstagen beginnen die halbstündigen Vorführungen 14.30 Uhr, an den Sonntagen 14 bzw. 15 Uhr und am 2. Feb. 19 Uhr. An den Sonntagen laden wir im Anschluss zu Kaffee und Kuchen ein. Sonderführungen können bei einer Gruppengröße von sieben bis zwölf Personen gesondert telefonisch vereinbart werden.

Anmeldung
Aufgrund der engen Platzverhältnisse ist zwingend eine Anmeldung erforderlich. Die Führungen werden ab sieben Teilnehmern durchgeführt. Die Teilnehmerzahl ist andererseits auf zwölf Personen begrenzt. Anmeldungen bitte an: Michael Dittrich (dittrich.mi@t-online.de, Tel. +49 162 917 99 49).

Ausstellungsort und Parken
Pilgerhäusl e. V., 02788 Hirschfelde, Komturgasse 9
Einige Parkplätze befinden sich vor dem Haus, weitere auf dem Markt.

Eintritt und Unterstützung
Der Eintritt ist frei. Wer seine Dankbarkeit für die Gastfreundschaft auch finanziell ausdrücken möchte, kann gern die Spendendosen vor Ort nutzen oder ganz einfach einen Betrag auf unser Konto überweisen: IBAN DE25 8505 0100 3000 1154 70. Für Beträge über 100 € stellen wir selbstverständlich auch Spendenquittungen aus.

Geschnitzte Krippenfigur „Spielende Schafe“ der Leo-Krippe
 

Leo-Krippe: hohe Schnitzkunst aus Südtirol

Auf den ersten Blick wirkt die Leo-Krippe wie ein Fremdling unter den vielen Papierkrippen im Pilgerhäusl. Nicht nur, weil sie aus Holz geschnitzt ist; sie wurde auch nicht in Böhmen, sondern im 800 km entfernten Grödnertal gefertigt. Auf den zweiten Blick hat die Leo-Krippe, die ihren Namen nicht von einem Löwen, sondern von ihrem Erschaffer Leo Moroder erhielt, dennoch ihre Berechtigung in unserer Ausstellung. Schließlich gelten die geschnitzten Krippen als Vorläufer der Papierkrippen. Nur gut Betuchte konnten sich solche kostbaren Holzkunstwerke leisten. Das gewöhnliche Volk wich eher auf gemalte Papierkrippen aus.

Das Beeindruckende der gleichermaßen modernen wie anmutigen Leo-Krippe ist vor allem die Größe der Hauptfiguren, die stolze 36 cm betragen. 25 der insgesamt 49 erhältlichen Krippengestalten können wir schon unser Eigen nennen. Darunter ist auch ein aktueller Neuzugang: der Hirtenjunge mit Hund.

Ausschnitt aus der beweglichen Engelsberger Krippe
 

Engelsberger Krippe: handgemaltes Unikat aus Nordböhmen

Die Engelsberger Krippe ist das unbestrittene Juwel unserer Krippenausstellung. Denn anders als die übrigen Exponate ist sie nicht nur ein Unikat, sondern auch beweglich. Einhundert der insgesamt 250 Krippenfiguren werden über hauchdünne Fäden und unzählige Schnurlaufräder in Aktion gesetzt.

Die Krippe stammt ursprünglich aus Engelsberg/Andělská Hora, einem kleinen Dorf am Fuße des Jeschken/Ještěd. Sie entstand vermutlich 1848 in einer Malerwerkstatt in Kratzau/Chrastava, 25 km von Hirschfelde entfernt. Das erklärt auch den hohen künstlerischen Wert der Krippe. 1901 brachte die Krippe Wenzel Ansorge bei seinem Umzug mit nach Kunnersdorf a. d. E., wo sie bis 1945 privat aufgestellt wurde. Leider gingen im Laufe der Zeit die ursprüngliche Mechanik und die Krippenlandschaft weitestgehend verloren. Beides konnten wir jedoch mit ehrenamtlichem Elan wieder ersetzen. Weitere Informationen dazu findet man im Internet unter www.engelsberger-krippe.de .

Faltkrippe mit der Prager Stadtkulisse von Vojtěch Kubašta
 

Neuzeitliche Papierkrippen: diesmal Werke mit Motiven aus Prag

Seit 2013 zeigen wir im Pilgerhäusl böhmische Papierkrippen. Wir unterscheiden dabei zwischen Faltkrippen, die lediglich aufgeklappt werden müssen, und Ausschneidekrippen, die wir eigenhändig ausgeschnitten, mit kleinen Holzspießen versehen und in Winterlandschaften eingefügt haben. Inzwischen umfasst unsere Sammlung bereits 87 Werke. Jeder Krippenautor hat dabei eine ganz eigene Art, Bethlehem in die böhmischen Dörfer, Städte und Landschaften zu versetzen.

In diesem Jahr dreht sich alles um die goldene Stadt Prag und ihre Umgebung. Entweder nehmen die Krippen Bezug auf Prag als Kulisse oder sie stammen zumindest von Prager Künstlern. Zu sehen sind Krippen, die von ganz verschiedenen Künstlergenerationen stammen – angefangen von Mikoláš Aleš (*1852) über Josef Wenig (*1898) und Vojtěch Kubašta (*1914) bis zu Jana Moštková (*1945) und Eliška Peroutková (*1951).
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