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  • FASTENKRIPPEN
    Biblische Hoffnungszeichen
    inmitten von Leid und Schmerz
Fastenkrippen sind szenischen Nachbildungen des Leidensweges Jesu – meist beginnend mit dem Einzug nach Jerusalem über das Gebet am Ölberg bis zu Verurteilung, Kreuzweg und Tod auf Golgotha. Wir haben neun solcher Krippen – davon sieben aus Papier, eine aus Holz und eine aus Kunststein. Außerdem zeigen wir noch andere Gegenstände, die zum Nachsinnen in der Fastenzeit einladen.
Fastenkrippen sind keine Ableger der Weihnachtskrippen. Sie haben eine eigene interessante Geschichte, die wir kurz in Wort und Bild vorstellen.

Geschichte
Die Exponate umfassen neun Fastenkrippen aus Papier, Holz und Kunststein. Ergänzt werden sie von weiteren Andachtsgegenständen.

Exponate
Es ist eine Besonderheit, dass wir beim Rundgang durch die Ausstellung Wissenswertes über die Krippen, aber auch geistliche Impulse vermitteln.

Inhalte der Führungen
Die Besichtigung der Passionsausstellung ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Dazu braucht es unbedingt eine Anmeldung beim Verein.

Termine | Anmeldung
Telfser Fastenkrippe

Anmeldung zu den Führungen

Termine | freie Plätze | Teilnehmerzahl

Die Passionsausstellung kann von Aschermittwoch (18. Feb.) bis Ostern (6. Apr. 2026) besichtigt werden – allerdings nur während der Führungen. Da die Platzverhältnisse beengt sind, ist die Teilnehmerzahl auf zwölf Personen je Führung begrenzt. Gruppen ab sieben Personen können eigene Termine vereinbaren.

Sa 21.02.2026, 14 Uhr - ausgebucht /­ Ostritzer Gruppe
Sa 07.03.2026, 14 Uhr - öffentliche Führung
Sa 07.03.2026, 15.30 Uhr - private Führung
Sa 21.03.2026, 14 Uhr - 9 Plätze frei
Sa 04.04.2026, 14 Uhr - Karsamstagsführung 12 Plätze frei
Mo 06.04.2026, 14 Uhr - Osterführung 8 Plätze frei
Do 09.04.2026, 14 Uhr - ausgebucht /­ Olbersdorfer Gruppe

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Passionskreisel

Inhalt der Führungen

Wissenswertes zu den Exponaten
Wir erkunden die Ausstellungsstücke gemeinsam und geben dabei Erläuterungen zu den einzelnen Darstellungen. Oft gibt es auch interessante Geschichten über die Entstehung der Fastenkrippen bzw. der anderen Gegenstände zu erzählen.
Lebensnahe Anregungen
Die Führungen stehen in diesem Jahr unter dem biblischen Motto „Beschenkt mit dem Leben in Fülle“ und beleuchten die biblische Verheißung vom „neuen Leben“. Wir lassen dabei vor allem große Gestalten aus Theologie und Lyrik zu Wort kommen.
Gespräche an der Kaffeetafel
Im Anschluss an die geführten Rundgänge besteht die Möglichkeit, noch ein wenig in der gemütlichen Blockstube zu verweilen. Denn wir wollen Raum geben, über das Erfahrene ins Gespräch zu kommen – bei Kaffee und einer kleinen Fastenspeise.

Geschichte der Fastenkrippen

Am Anfang der Passionstradition stand das Pilgern zum Heiligen Grab in Jerusalem im 3./­4. Jh. Später bildete man die Bauten auch an anderen Orten nach, wie z.B. 1489 in Görlitz (Foto: Salbkapelle).
Mit den großen Pestepidemien geriet der leidende Aspekt der Lebensweges Jesu in den Blick. Es entstanden zahlreiche bildliche Darstellungen, wie dieses Tafelbild aus dem 15. Jh.
Im 16. Jh. kamen Prozessionswagen mit Kreuzigungsszenen auf. Diese wurden am Karfreitag vor den Augen der Bewohner durch die Straßen einiger spanischer Städte gezogen.
Im Barock kamen große Kulissenbilder in Mode, die meist in Kirchen zur Passionszeit aufgestellt wurden. Auf dem Foto zu sehen: das „Himmlische Theater“ im Zisterzienserstift Neuzelle (1753)
Fastenkrippen aus Papier sind verkleinerte Bühnenbilder zum Leidensweg Jesu. Erst später entstanden auch geschnitzte Figuren. Eine der ältesten Fastenkrippen stammt von Georg Haller (*1779).
Heutzutage sind vor allem Passionskrippen aus Kunststein mit 9 cm großen Figuren auf dem Markt. Es gibt nahezu alle Szenen von den letzten Tagen Jesu, von denen die Evangelien berichten.
Passionsausstellung 2025

Exponate

Passionskreisel | Papierkrippen | Andachtsgegenstände

Die Passionsausstellung zeigt unseren Fundus an Fastenkrippen und anderen szenischen Darstellungen des Leidensweges Jesu.

Passionskreisel‎‎

Fünf Szenen des Leidensweges Jesu
auf einem drehbaren Tisch


Im Zentrum der Passionsausstellung steht eine geschnitzte Fastenkrippe, die von einem schwäbischen Schnitzer angefertigt wurde. Sie besteht aus 30 Figuren, die nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihren anmutigen Charakter bestechen. Für die Ausstellung wurden die fünf Einzelszenen aus den letzten Tagen des Leben Jesu auf einer drehbaren Platte angeordnet. Der sogenannte Passionskreisel ist eine Erfindung des Pilgerhäuslvereins und dürfte einmalig in der Welt der Passionskrippen sein.

Paternoster mit Schuhmacher-Krippe

Anmutige Nazarener-Krippe auf Zahnriemen

Auch für die Nachbildung der Fastenkrippe des Tiroler Malers Philipp Schuhmacher hat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. Die 37 Papierfiguren wurden auf einem Zahnriemen aufgeklebt, der mit einer Handkurbel angetrieben wird. Mit diesem „Paternoster“ lassen sich sechs Passionsszenen einzeln betrachten. Die Papierkrippe ist im Nazarenerstil gemalt; dieser zeichnet sich durch Schlichtheit und Anmut der Figuren aus und will vor allem die Meditation der Bildwerke fördern.

Fastenkrippe von Telfs

Die Kopie der Kopie

Am umfangreichsten ist die berühmte Fastenkrippe von Telfs. Das barocke Original wurde vor mehr als 200 Jahren von Georg Haller für die Kirche in Telfs geschaffen. Der gelernte Drechslermeister hatte sich unter Verwendung alter Stichvorlagen einen ganz eigenen, barock nachempfundenen Stil angeeignet. Lange Zeit vergessen wurde sie von einem Kirchenbetreuer wiederentdeckt und zur Renovation gebracht. Der Nachdruck dieser mehr als 200 Einzelteile wird heute von einem Krippenbauverein jedes Jahr in der Pfarrkirche zu Götzens aufgestellt. Im Pilgerhäusl ist die Kopie der Kopie zu sehen: ein Nachdruck der Krippe von Götzens mit 83 verkleinerten Figuren.

Klassizistische Papierkrippe von Josef Arnold d. Ä.

Jesu Leidensweg und Heiliges Grab

Ein Beispiel aus dem Klassizismus hinterließ der berühmte Freskenmaler Josef Arnold d. Ä. aus Innsbruck. Zeitlich ist sein Werk zwischen Barock und Nazarenern einzuordnen. Die Krippe besteht aus zwei Teilen: den Passionsszenen und dem Heiligen Grab. Für Letzteres gab es lebensgroße Vorlagen in den Kirchen. Arnolds Papierfastenkrippe umfasst 74 Figuren und ist als Nachdruck in Originalgröße erhältlich. In den letzten Lebensjahren kehrte Josef Arnold der Kunst den Rücken und lebte als Eremit in der Nähe von Rom, wo er 1779 starb.

Reichenberger Fastenkrippe

Zeugnis böhmischer Krippenmalkunst


Von den sieben Fastenkrippen, die im Pilgerhäusl ausgestellt werden, sticht eine besonders hervor: die barocke Fastenkrippe von Johann Florian Schäfer. Das Original lagert im Depot des Nordböhmischen Museums in Reichenberg/­Liberec und durfte eigens für die Ausstellung im Pilgerhäusl reproduziert werden. Johann Florian Schäfer gehört neben Jakob Ginzel zu den bedeutendsten Krippenmalern in Nordböhmen. Der gelernte Zimmermann betrieb gemeinsam mit seinem Bruder eine professionelle Malerwerkstatt in Reichenberg/­Liberec, in der auch künstlerisch hochwertige Weihnachtskrippen mit Mechanik entstanden. In der Literatur wird das Telfser Exponat von Georg Haller als die älteste erhaltene Fastenkrippe angegeben. Vergleicht man jedoch die Geburtsdaten (Schäfer 1740, Haller 1772), so ist es wahrscheinlicher, dass dieses Superlativ der Reichenberger Fastenkrippe gebührt.

Wildenschwerter Krippe

Farbenpracht trotz des düsterem Thema

Schließlich zählt auch eine neuzeitliche Fastenkrippe zu den Ausstellungsexponaten. Jiří Knapovský hat sie im Jahr 2020 in seiner Heimatregion Wildenschwert/­Ústí nad Orlicí verortet. Die 37 Figuren stellen dabei nur einen Ausschnitt aus dem Leidensweg Jesu dar: den Moment der Gefangennahme am Ölberg. Die Fastenkrippe besticht durch ihre Farbenpracht, die eigentlich so gar nicht zum düsteren Thema der dargestellten Szene passt. Jiří Knapovský lebte von 1930 bis 2018. Wie sein Vater erlernte er den Beruf des Schmieds und malte nebenbei Krippen. Obwohl er das Talent zu einer professionellen Künstlerkarriere hatte, zog er es vor, dem Schmiedehandwerk treu zu bleiben. Dafür ließ er keine Möglichkeit aus, sich künstlerisch zu betätigen, egal ob als Maler, Schnitzer oder Theaterdarsteller.

Mildenheimer Fastenkrippe

Das Grauenhafte mit harten Strichen

Die Mindelheimer Fastenkrippe gehört zu den jüngsten Exponaten im Pilgerhäusl; sie entstand erst 1986/­87 durch Erwin Holzbaur. Der gebürtige Mindelheimer blieb zeitlebens seiner Heimatstadt treu. Er wurde als Kunstmaler durch seine modernen Fresken bekannt, die vor allem in Mittelschwaben in zahlreiche Kirchen und Kapellen zu finden sind. Da Mindelheim als Krippenhauptstadt des Allgäus gilt, fühlte sich Erwin Holzbaur verpflichtet, ein zeitgenössisches Werk hinzufügen. Mit harten Strichen und dunklen Farben stellt er das Grauenhafte des Passionsgeschehens heraus. Mindelheim ist bekannt für sein Krippenmuseum, in dem u.a. das älteste Jesuskind ausgestellt wird. Es stammt aus der Zeit um 1300. Solche Figuren wurden seinerzeit in Klöstern verehrt und waren die Vorläufer der späteren geschnitzten Krippen.

Guckkästchen

Orientalisch geprägte Faltkrippe

Die kleine Fastenkrippe zeigt fünf Szenen aus den letzten Tagen Jesu vor einem beeindruckenden rot gefärbten Himmel. Ein auf dreidimensionale Karten spezialisierter Verlag in Fürth hat die schönen Bilder als Faltkrippe gestaltet, die auch liebevoll „Guckkästchen“ genannt wird. Die filigran gemalten Figuren stammen von Ilona Klawitter. Die gebürtige Pragerin war schon als Kind von einer Krippe, die im Schaufenster ausgestellt war, begeistert. Vor einigen Jahren zog sie nach Burgen an der Untermosel. Dort renovierte sie ein altes Bauernhaus und widmet sich seitdem vorrangig der Anfertigung von Krippenfiguren.

Tafeltuch „Letztes Abendmahl“

Trost in dunkelster Zeit

Es gibt viele solcher Tafeltücher, die das christliche Motiv des letzte Abendmahls eingewebt haben. Denn diese Damasttischdecke wurde um 1920 in der Damastweberei Großschönau in großer Stückzahl produziert. Doch das hier ausgestellte Exemplar ist dennoch etwas Besonderes: Es ist Zeugnis einer bewegten Geschichte und eines tiefen Glaubens.
Das Ehepaar Lidwina und Wendelin Heidrich erhielt wie so viele Vertriebene im Juni 1945 den Ausweisungsbefehl, binnen vier Stunden ihren Hof in Königshain (heute das polnische Działoszyn) zu verlassen. Während dieser Schicksalsstunden hatten die Bauersleute zu entscheiden, was sie auf die Flucht mitnehmen wollen. Erlaubt war nur so das, was sie mit eigenen Händen tragen konnten. Umso erstaunlicher ist, dass ihre Wahl auf das Tafeltuch fiel. Offensichtlich vertrauten sie den mit feinen Glanz abgebildeten Jesus, dass er ihnen im Exil Trost und Hoffnung spenden wird.

Flügelaltar

Schnitzkunst aus Südtirol
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